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Ensemble

Frank Strobel

Gastdirigent

Die Beschäftigung mit Filmen, mit ihrer Musik und ihren faszinierenden Bildern spielt im Wirken des vielseitigen Dirigenten, Arrangeurs, Produzenten und Herausgebers Frank Strobel eine zentrale Rolle: Er ist einer der weltweit renommiertesten Interpreten im Bereich der Filmmusik. Die große Liebe zu den bewegten Bildern hat er gleichsam mit der Muttermilch aufgesogen: Frank Strobel, 1966 in München geboren, wuchs im Umfeld des Kinos seiner Eltern auf und lernte schon früh das Filmvorführen – zum Beispiel, wenn er nachts heimlich für sich selber die Bänder einlegte. Entsprechend eng war sein Verhältnis zu Filmen und ihrer Musik, die ihn bis heute fesseln.
Mit sechzehn fiel ihm ein Klavierauszug der originalen Filmmusik zu Fritz Langs Meisterwerk »Metropolis« in die Hände, das er neu arrangierte und gemeinsam mit einer Freundin an zwei Klavieren zum Klingen brachte. Mit dem Erfolg dieses frühen »Metropolis«-Projekts, das bis heute über 180 weitere Aufführungen erlebt hat (darunter die Premiere des restaurierten Films bei der Berlinale im Februar 2010) waren die Weichen für die künstlerische Ausrichtung gestellt. Obwohl Strobel durchaus auch im traditionellen Klassik-Repertoire tätig war und unter anderem die Oper »Flammen« von Franz Schreker sowie Werke von Zemlinsky und Siegfried Wagner aus der Taufe gehoben hat, ist die Beschäftigung mit der Filmmusik sein Hauptanliegen. Er überschreitet die Grenzen zwischen den beiden Genres, die er ohnehin für überflüssig hält. Nicht zuletzt deshalb fand der große russische Komponist Alfred Schnittke in Strobel einen geistesverwandten Freund und idealen Interpreten seiner Werke: Im Auftrag von Schnittke traf Strobel eine Auswahl aus dessen über sechzig Filmmusiken, bearbeitete sie als Suiten für den Konzertsaal und begann gemeinsam mit dem RSO Berlin mit einer Einspielung der Werke auf Tonträgern, die 2005 und 2006 mit dem »Preis der Deutschen Schallplattenkritik« ausgezeichnet wurden. Bereits 1992 hatte Strobel, der später auch den Nachlass Schnittkes betreute, die Uraufführung des Werkes »Die letzten Tage von St. Petersburg« zum gleichnamigen Stummfilm in der Alten Oper Frankfurt geleitet.
Frank Strobel hat außerdem Sergej Prokofjews Musik zu Alexander Newski rekonstruiert, ediert und uraufgeführt sowie 2006 in der Semperoper mit der Sächsischen Staatskappelle Dresden die Wiederaufführung des »Rosenkavalier«-Films zur Musik von Richard Strauss geleitet. Er ist als Konzert- und Filmdirigent gleichermaßen gefragt und richtete sowohl alte Originalkompositionen als auch neue Werke für über fünfzig Stummfilmklassiker ein, die er dann aufführte und in Zusammenarbeit mit Fernsehsendern wie ZDF, arte, SDR oder 3sat aufzeichnete. Gemeinsam mit führenden Sinfonieorchestern – darunter neben dem RSO Berlin etwa das Oslo Philharmonic, Sydney Symphony und Orchestre National de Lyon sowie das Wiener Konzerthausorchester – hat Frank Strobel die Musik für neue Kinofilme aus Europa und den USA, aber auch Werke des klassisch-romantischen Repertoires eingespielt.

www.frankstrobel.de

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