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Ensemble

Stefan Lano

 

Stefan Lano hat sich sowohl im Konzertbereich als auch in der Oper als leidenschaftlicher und viel gefragter Interpret von Werken des Fin-de-Siecle und zeitgenössischer Musik etabliert. Dabei verbindet er sein eigenes kompositorisches Schaffen eng mit seinen Aufgaben als Dirigent. Seine professionelle Karriere begann er als Solorepetitor an der Oper Graz, gefolgt von einer langjährigen Mitarbeit im künstlerischen Team der Wiener Staatsoper. Lorin Maazel holte ihn 1988 als Associate Conductor zum Pittsburgh Symphony Orchestra. 1993 dirigierte Stefan Lano die erste lateinamerikanische Produktion von Alban Bergs »Lulu« am Teatro Colón in Buenos Aires, dessen Chefdirigent er von 2005 bis 2008 war. Bis heute ist er dem Opernhaus und dem dort beheimateten National Symphony Orchestra Argentiniens eng verbunden.

Sein Debüt 1997 an der Metropolitan Opera New York mit Strawinskys »The Rake’s Progress« führte zu einem Engagement an der San Francisco Opera, wo er 1998 eine gefeierte Produktion von Alban Bergs »Lulu« leitete und 2000 für Douglas Moores „The Ballad of Baby Doe“ erneut eingeladen wurde.

Die Klarheit und Ausdrucksstärke seiner Interpretationen von Opern des 20. Jahrhunderts machte auch das Montréal Symphony Orchestra auf Stefan Lano aufmerksam, das ihn 2002 für konzertante Aufführungen von Alban Bergs »Wozzeck« engagierte. Dafür und auch 2003 für sein Dirigat von Roussels »Bacchus et Ariane« und Bartoks »Herzog Blaubarts Burg« wurde er vom Conseil Québécoise de la Musique jeweils mit dem OPUS Award für das »Beste Konzert der Spielzeit« ausgezeichnet. Während dieser Saison präsentierte Stefan Lano die Weltpremiere von Richard Danielpours Oper »Margaret Garner« an den Theatern von Detroit, Cincinnati und Philadelphia sowie Mark Adamos »Lysistrate« am der Houston Grand Opera. Parallel dazu leitete er eine Neuproduktion von Puccinis »Turandot« an der Litauischen Nationaloper.

Weitere Engagements führten Stefan Lano u.a. an die Dresdner Semperoper (»L’Upupa« von Hans Werner Henze, »Boris Godunow«, »Dead Man Walking« von Jake Heggie, »Die Fledermaus«), an die Hamburgische Staatsoper (»Turandot« und »Tosca«), an die Göteborger Oper (»Tristan und Isolde«) und an die Slowakische Nationaloper (»Boris Godunow«, »La Bohéme«). Im Konzertbereich arbeitete er mit den Orchestern von Zagreb, Vilnius, Basel, Sao Paulo, Mexico City, Singapore, Málaga, Tirana, Oulu, Athen, Buenos Aires, Brasilia und Rio de Janeiro sowie dem American Composers Orchestra in der Carnegie Hall zusammen.

Seine Amtszeit als Chefdirigent des National Symphony Orchestra von Urugay (SODRE) von 2012 bis 2015 wurde für eine qualitative Verbesserung des Orchesters und Lanos progressive Programmplanung hoch gelobt. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn zudem mit dem Orchester der Escuela Superior de Música Réina Sofia in Madrid. Im Dezember 2015 veröffentlichte das Label Albany Records die von ihm geleitete Erstaufnahme von Joseph Summers Kammeroper »The Tempest«.

Stefan Lano wurde in Worcester (Massachusetts) geboren und begann im Alter von 5 Jahren mit dem Klavierspiel. Er ist Absolvent der Worcester Academy, die ihn 2009 mit dem »Cole Porter Award« für künstlerische Erfolge auszeichnete. Nach Abschluss seiner Studien in Komposition am Oberlin Conservatory of Music und Biologie am Oberlin College ging er mit einem Vollstipendium als Mentor an die Harvard University, wo er seinen PhD in Komposition ablegte. Dank der Unterstützung des DAAD konnte er ab 1977 seine kompositorischen Studien bei Isang Yun vertiefen und bei Hans Martin Rabenstein in Berlin Dirigieren studieren. Als versierter Pianist trat er anschließend seine ersten Engagements in Graz und an der Wiener Staatsoper an, die für seine spätere Arbeit als Dirigent prägend waren.

Bisher hat Stefan Lano drei Sinfonien komponiert, von denen die erste aus dem Jahr 1975 mit dem BMI Award für Komposition und dem »Firestone Award« für Komposition der National Society of Arts and Letters ausgezeichnet sowie mit Unterstützung der Rockefeller Foundation beim Newport Music Festival uraufgeführt wurde. Nach der Vollendung seiner »Sieben Lieder nach Rainer Maria Rilke« für Sopran, Solo-Klavier und Orchester 2015, arbeitet Stefan Lano derzeit an seiner 4. Sinfonie.

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