22 | 02 | 18

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Andrea Ypsilanti – Und morgen regieren wir uns selbst

Weimarer Reden 2018 //

Und morgen regieren wir uns selbst

Und morgen regieren wir uns selbst

»Eine neoliberale Globalisierung, die die Menschen teilweise überfordert, die Vernachlässigten ausgrenzt und die sogenannten Eliten immer verantwortungsloser handeln lässt (Klimakonferenz, Steuerhinterziehung), braucht eine wirkliche Gegenmacht. Ein Militarismus, der die imperiale Lebensweise durchdrückt, wird keine Antworten auf die Probleme der Flucht und Vertreibung finden. Eine Europapolitik, die die Interessen der transnationalen Unternehmen und des Freihandels vertritt, aber die Lohnabhängigen vernachlässigt, wird die brüchige Solidarität in Europa weiter erodieren lassen«, formuliert Andrea Ypsilanti und tritt dafür ein, dass der Begriff der Reform nicht dauerhaft neoliberal kontaminiert bleibt, sondern wieder für soziale Gerechtigkeit, ökologischen Umbau, intellektuelle und künstlerische Vielfalt und Schärfe steht.

Andrea Ypsilanti (*1957), arbeitete nach ihrem Soziologie-Studium von 1994 bis 1999 als Referatsleiterin in der Hessischen Staatskanzlei. Seit 1999 SPD-Abgeordnete im Hessischen Landtag, war sie ab 2003 Landesvorsitzende, ab 2006 Spitzenkandidatin für die Landtagswahlen 2008 sowie von 2007 bis zu ihrem Rücktritt von allen Ämtern Anfang 2009 auch Fraktionsvorsitzende ihrer Partei. 2010 begründete sie das Institut Solidarische Moderne mit und trägt als Vorstandssprecherin dazu bei, einen Raum für neue Diskussionen über mutige und übergreifende Politikkonzepte jenseits von etablierten Parteistrukturen zu schaffen.

Moderation: Liane von Billerbeck

 

Andrea Ypsilanti
Und morgen regieren wir uns selbst
04.03.2018, 11 Uhr, Großes Haus

Heiner Flassbeck
Wer regiert Europa und die Weltwirtschaft?
11.03.2018, 11 Uhr, Großes Haus

Hans-Joachim Maaz
Ausstieg aus dem falschen Leben
18.03.2018, 11 Uhr, Großes Haus

20% Ermäßigung beim Kauf von Karten für alle drei Reden. (Gilt nur beim Kauf an der Theaterkasse)

 

In den ersten 100 Tagen nach einer Wahl wird oft Bilanz gezogen, um neue Tendenzen im Regierungshandeln auszumachen. Diesmal braucht es deutlich mehr als 100 Tage nach der Bundestagswahl, in der erstmals eine rechtspopulistische Partei nennenswerte Erfolge erzielte, um die Regierungsverantwortung zu klären. Dabei gelten freie Wahlen für alle seit 100 Jahren in Deutschland als große Errungenschaft und zugleich als Garant für Demokratie. Doch reicht unser parlamentarisches System aus, um Demokratie zu schaffen? Gibt es hierfür weitere wichtige, bisher – nicht nur in Deutschland – unerfüllte Voraussetzungen? Philipp Blom, dessen Buch »Was auf dem Spiel steht« eine scharfsichtige, wachrüttelnde Zeitanalyse ist, schreibt darin: »Demokratie als produktives, Frieden schaffendes Hirngespinst, als kollektive Fiktion, die nur Bestand hat, solange sie in Handlung übersetzt wird, scheint erschreckend fragil.« Hinter dieser Feststellung verbirgt sich ein Aufruf. Wenn uns dieses fragile Hirngespinst etwas bedeutet, müssen wir uns dafür engagieren; müssen genau deshalb als Einzelne und als Gesellschaft mehr Demokratie wagen.

100 Jahre nach der Novemberrevolution in Deutschland werden sich die Weimarer Reden diesen Fragen stellen.

Erstmals wird es im Deutschen Nationaltheater Weimar bei dieser Rede keine »Zuschauerdemokratie« (A. Ypsilanti) geben, bei der man im bequemen Sessel ›likt‹ oder eben nicht. Erstmals können Sie selbst im Großen Haus mitreden, möchten wir uns mit Ihnen (!) 100 Jahre nach der Novemberrevolution in Deutschland der Frage stellen: Wie können, ja müssen wir heute als Gesellschaft und als Einzelne »mehr Demokratie wagen«?