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Thomas Rosenlöcher: Im Augenblick wird die Ewigkeit knapp – warum Gedichte anders ticken

Weimarer Reden 2016 //

Zeit und Mensch.

Thomas Rosenlöcher

Schriftsteller und Lyriker

Im Augenblick wird die Ewigkeit knapp – Warum Gedichte anders ticken 

Moderation: Liane von Billerbeck

 

Keine Zeit für Gedichte? Zeit, die Gedichte nun einmal brauchen – lange Gedichte sowieso und kurze natürlich erst recht? – Doch kennen wir nicht auch andere Zeit; Zeit, die sich von der Uhrzeit abkoppelt; eigene, innere? – Nun, innere Zeit gibt es auch in Gedichten. Und wer sich für Gedichte Zeit nimmt, kann mehr Zeit herausbekommen, als er in sie hineingesteckt hat. Indem er dank der Poesie momentlang sogar länger lebt als mancher andere! – »So grob hat keiner noch der Rechenkunst gefehlt, / als der sein Alter nur von seinen Jahren zählt«, sagt der Barockdichter Paul Fleming mit 28 Jahren. Worauf der gleichaltrige Surrealist Rafael Alberti meint, dass ihn von seinen Knochen die Uhr am meisten schmerze. – Fleming starb mit 30, Alberti mit 97. Wer von den beiden hat länger gelebt? 

Und wer sollte besser wissen, wie Gedichte »ticken«, als ein ausgezeichneter Lyriker? Thomas Rosenlöcher, in Dresden geboren, studierte am Literaturinstitut in Leipzig und lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Dresden. Neben Lyrik veröffentlicht er Essays, Erzählungen und Kinderbücher. Rosenlöcher ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie der Künste in Berlin. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

 


 

»Ist die Zeit aus den Fugen?« fragt die renommierte Erinnerungsforscherin Aleida Assmann in einem ihrer aktuellen Bücher. Doch was ist die ZEIT und was bedeutet sie für die menschliche Existenz? Diese Frage bewegte zu allen Zeiten nicht nur die Dichter und Denker. 

Es gab Vorstellungen von der Zeit als sich schließender Kreis, als Spirale oder nach oben strebender Linie. Und auch in der Gegenwart ist sie ein konstant wichtiges Thema. Die Vielzahl der verfügbaren Publikationen umfassen nahezu alle Wissens- und Lebensbereiche. Literarisch wurde die Langsamkeit (wieder-)entdeckt, Themen wie Zeiterfahrung, Entschleunigung und Entfremdung spielen im gesellschaftlichen Diskurs eine große Rolle.

Die Weimarer Reden nähern sich 2016 ebenfalls diesem Thema, aber nicht unter tagespolitischem Gesichtspunkt. Vielmehr untersuchen sie das Phänomen ZEIT: Was bedeutet Zeit im Universum? Welche Zeitformen kennen wir? Wann beginnt und wann endet unser Einfluss auf Zeit? Wie messen wir sie, und wie nehmen wir sie wahr? Können wir Zeit  sparen, gewinnen, überlisten …? 

Der Astrophysiker Harald Lesch, der Dichter Thomas Rosenlöcher und die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann sind eingeladen, um ihre Perspektiven darzulegen.

Die Weimarer Reden sind seit 1994 ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Weimar und des DNT Weimar. Moderiert werden sie im dritten Jahr von der Journalistin Liane von Billerbeck.

 
 

 

6.3.2016 / 11 Uhr // Großes Haus

Harald Lesch: Mensch, Raum und Zeit  

 

13.3.2016 // 11 Uhr // Großes Haus

Thomas Rosenlöcher: Im Augenblick wir die Ewigkeit knapp – Warum Gedichte anders ticken

 

20.3.2016 // 11 Uhr // Großes Haus  

Aleida Assmann: Wie lange dauert die Gegenwart?