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Aleida Assmann: Wie lange dauert die Gegenwart?

Weimarer Reden 2016 //

Zeit und Mensch.

Aleida Assmann
Anglistin, Ägyptologin und Literatur- und Kulturwissenschaftlerin

Wie lange dauert die Gegenwart?

Moderation: Liane von Billerbeck

Die Zeit, die im Bilde gesprochen als ‚Pfeil’ irreversibel durch die Luft fliegt oder als Strom ruhig dahinfließt, lässt eigentlich keine Gegenwart zu. Die ununterbrochene, gleichförmige und abstrakte Bewegung der Zeit ermöglicht exakte Messungen aber keine Gegenwart. Im Jetztpunkt können Menschen aber nicht leben; sie reichern sie also immer schon mit rücklaufender Erinnerung und vorlaufender Erwartung an und dehnen sie dabei aus fürs Erleben, Erzählen, Denken, Existieren. Zeit vergeht wie im Fluge, wenn man in guter Gesellschaft ist und etwas Schönes erlebt; und sie schleppt sich dahin, wenn wir Bedrohliches, Schmerzliches, Quälendes oder auch Langweiliges erleben. Auf die Frage, wie lange die Gegenwart dauert, haben Dichter und Denker ganz unterschiedliche Antworten gegeben. Wenn wir uns auf sie einlassen, können wir einen neuen Zugang zur Zeit gewinnen.

Aleida Assmann, Professorin für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz, ist eine der renommiertesten deutschen Kulturwissenschaftlerinnen, die vor allem durch ihre Arbeiten zum kulturellen Gedächtnis internationale Bekanntheit und hohe Ehrungen erlangt hat. 

 


 

»Ist die Zeit aus den Fugen?« fragt die renommierte Erinnerungsforscherin Aleida Assmann in einem ihrer aktuellen Bücher. Doch was ist die ZEIT und was bedeutet sie für die menschliche Existenz? Diese Frage bewegte zu allen Zeiten nicht nur die Dichter und Denker. 

Es gab Vorstellungen von der Zeit als sich schließender Kreis, als Spirale oder nach oben strebender Linie. Und auch in der Gegenwart ist sie ein konstant wichtiges Thema. Die Vielzahl der verfügbaren Publikationen umfassen nahezu alle Wissens- und Lebensbereiche. Literarisch wurde die Langsamkeit (wieder-)entdeckt, Themen wie Zeiterfahrung, Entschleunigung und Entfremdung spielen im gesellschaftlichen Diskurs eine große Rolle.

Die Weimarer Reden nähern sich 2016 ebenfalls diesem Thema, aber nicht unter tagespolitischem Gesichtspunkt. Vielmehr untersuchen sie das Phänomen ZEIT: Was bedeutet Zeit im Universum? Welche Zeitformen kennen wir? Wann beginnt und wann endet unser Einfluss auf Zeit? Wie messen wir sie, und wie nehmen wir sie wahr? Können wir Zeit  sparen, gewinnen, überlisten …? 

Der Astrophysiker Harald Lesch, der Dichter Thomas Rosenlöcher und die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann sind eingeladen, um ihre Perspektiven darzulegen.

Die Weimarer Reden sind seit 1994 ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Weimar und des DNT Weimar. Moderiert werden sie im dritten Jahr von der Journalistin Liane von Billerbeck.

 
 

 

6.3.2016 / 11 Uhr // Großes Haus

Harald Lesch: Mensch, Raum und Zeit  

 

13.3.2016 // 11 Uhr // Großes Haus  

Thomas Rosenlöcher: Im Augenblick wir die Ewigkeit knapp – Warum Gedichte anders ticken

 

20.3.2016 // 11 Uhr // Großes Haus

Aleida Assmann: Wie lange dauert die Gegenwart?