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Jón Gnarr

Weimarer Reden 2014: Emanzipiert Euch! //

Eine andere Politik ist möglich!

in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung

Jón Gnarr, Oberbürgermeister von Reykjavík: Eine andere Politik ist möglich!

Begrüßung: Stefan Wolf, Oberbürgermeister der Stadt Weimar
Moderation: Liane von Billerbeck

 

Jón Gnarr (geboren 1967) wurde in Island als Sohn eines Polizeibeamten geboren. Nach diversen Gelegenheitsjobs arbeitete er zunächst als Pfleger. Mit 19 Jahren schrieb er seinen ersten Roman. Bekannt wurde er als Bassist einer Punkrockband; er wirkte in mehreren Filmen und Talkshows mit. Bei der Kommunalwahl 2010 erzielte seine Partei Besti flokkurinn (die Beste Partei) die meisten Stimmen, und er wurde neuer Oberbürgermeister von Reykjavík. Zum Wahlprogramm gehörten u.a. offene statt heimliche Korruption, kostenlose Handtücher für alle Schwimmbäder sowie ein Eisbär für Reykjavíks Zoo. Er selbst bezeichnet sich weiterhin als Anarchist. Im Oktober 2013 gab Jón Gnarr bekannt, dass er keine zweite Amtszeit anstreben wird. Sein neustes Buch »Hören Sie gut zu und wiederholen Sie!!! Wie ich einmal Bürgermeister wurde und die Welt veränderte« erschien 2014 bei Klett Cotta.
 
Foto von Jón Gnarr: Teitur Jonasson
 
 

 
Weimarer Reden 2014
 

Je gewaltiger die Informationsfluten über uns hereinbrechen und die permanente Beschleunigung aller gesellschaftlichen Prozesse voranschreitet, je komplexer die globale Welt zu werden scheint, desto hilfloser sieht sich der Einzelne den Herausforderungen von heute gegenüber. Die Spielräume für selbstbestimmtes Handeln schwinden und werden zunehmend im Privaten verortet. Die demokratisch verfasste Gesellschaft braucht aber den mündigen, gestaltenden Bürger, der seine Rechte kennt und Verantwortung für sich und andere übernimmt. Wovon gilt es sich zu befreien, welche Gewohnheiten und Normen sind zu befragen, wie kann ein selbstbestimmtes Leben gelingen?

Vier Rednerinnen und Redner stellen an den Märzsonntagen jeweils ihre Perspektive vor – und sprechen über mögliche Alternativen.

Der isländische Komiker, Anarchist und seit 2010 Bürgermeister von Reykjavik Jón Gnarr eröffnet am 9. März die Weimarer Reden: Er zeigt, dass eine andere, vom Establishment emanzipierte Politik möglich ist. Christiane Woopen, Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, spricht am 16. März über die Emanzipation des Menschen gegenüber den scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten der modernen Medizin. Die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann beleuchtet am 23. März den Selbstbetrug einer unemanzipierten Mittelschicht im Angesicht der Finanzkrise. Und die Schriftstellerin Daniela Dahn schließt die Reihe am 30. März mit einer Forderung nach mehr Teilhabe des Bürgers am politischen Prozess.

Moderiert werden die Gespräche 2014 von der renommierten Journalistin Liane von Billerbeck. Medienpartner sind die Thüringische Landeszeitung und mdr Thüringen. Als Hauptsponsor unterstützt Thüringer Energie die Weimarer Reden.

Die Weimarer Reden sind seit 1994 ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Weimar und des DNT.

 

09. März 2014
Jón Gnarr: Eine andere Politik ist möglich!

16. März 2014
Christiane Woopen: Der ungebildete Kranke: Über Herrschaft und Beherrschung der Medizin

23. März 2014
Ulrike Herrmann: Hurra, wir dürfen zahlen: Der Selbstbetrug der Mittelschicht

30. März 2014
Daniela Dahn: Über die Selbstermächtigung der Bürger: Vom Widerspruch zwischen Notwendigem und Machbaren