17 | 12 | 17

Spielplan

Großes Haus
Premiere
31 | 10 | 13
Stückdauer
3 Std. 0 Min.

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nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski

Schuld und Sühne //

Bühnenfassung von Thomas Dannemann und Beate Seidel

 

»… daß die Macht nur dem zuteil wird, der es wagt, sich zu bücken und sie aufzuheben. Nur auf eines kommt es an, nur auf eines: wagen muß man!«

 

Weltekel quält den Studenten Raskolnikow, der am Rande der Gesellschaft gestrandet ist: Wie kann man in einer Welt existieren, in der alles, was schön und gut ist, alle großen Gefühle im Alltagsschlamm versinken? Und hat derjenige, der diesen deprimierenden Zustand beenden möchte, der sich selbst, aber auch die Menschheit retten will, nicht das Recht, moralische Grenzen ohne Skrupel zu übertreten?
nAuf der Suche nach Antworten auf diese Fragen wagt Raskolnikow einen Selbstversuch: Er be­schließt, die Pfandleiherin Aljona Iwanowna umzubringen, sich ihr Geld anzueignen, um dann ...? Seine Familie, sich selbst zu retten, ein anderes, besseres Leben zu führen?
Ohne diesen letzten Gedanken zu Ende zu denken, plant er die Tat. Wie in Trance erschlägt er die Alte mit einer Axt und muss auch noch, um unerkannt den Ort seines Verbrechens verlassen zu können, ihre Schwester Lisaweta töten.
Aber sein Selbstversuch missglückt: Die ersehnte Befreiung nach der Tat bleibt aus, stattdessen lastet ein Mord auf ihm. Nur noch bei der Prosti­tuierten Sonja (aussätzig wie er selbst) kann er Zuflucht suchen. Da tritt der Untersuchungsrichter Porfirij auf den Plan, der sehr schnell in Raskolnikow den Doppelmörder erkennt. Ein Duell beginnt, in dem Raskolnikows Ideologie des besonderen Rechts des außergewöhnlichen Einzelnen auf dem Prüfstein liegt.

Dostojewskis Raskolnikow ist der Hamlet des 19. Jahrhunderts. Dessen Frage nach dem Recht zur Tat findet sich in »Schuld und Sühne« wieder. Und sie beschäftigt uns bis heute: Wann wird aus einem tabubrechenden Helden ein simpler Verbrecher?­

Thomas Dannemann, Schauspieler des Jahres 2004 in der Umfrage von theater heute, arbeitet seit mehreren Jahren als Regisseur und inszenierte u.a. in Stuttgart, Köln, Hannover und München.

 

Thomas Dannemann (Regie)
Etienne Pluss (Bühne)
Regine Standfuss (Kostüm)
Beate Seidel (Dramaturgie)

Besetzung

Michael Wächter (Raskolnikov 1)
Bastian Heidenreich (Raskolnikov 2)
Johanna Geißler (Sonja)
Ingolf Müller-Beck (Porfirij)
Jonas Schlagowsky (Rasumichin)
Thomas Meinhardt (Lushin)
Bernd Lange (Swidrigajlow/ Marmeladow)
Roswita Marks (Pfandleiherin/ Kleinbürgerin)
Elke Wieditz (Katerina Iwanowna/ Mutter)
Silvana Veith (Dunja)
Benedikt Flörsch (Samjetow/ Bürger/ Mikolka)