23 | 10 | 17

Spielplan

E-Werk Maschinensaal
Premiere
17 | 09 | 15
Stückdauer
1 Std. 50 Min.

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Eine Politsatire von Jura Soyfer

Astoria //

»Sind Sie von Natur heimatliebend?«

 

Wie wär’ es, wenn es irgendwo in der Welt eine Grenzlinie geben täte zwischen dem Reich der Wirklichkeit und dem Reich der Märchen – und wenn ich jetzt zufällig und ahnungslos auf dieser Grenzlinie herumspazieren täte …

Die Grenzlinie zwischen Wirklichkeit und Märchen wird für Hupka die Grenze zwischen Astoria und dem Rest der Welt. Astoria ist ein Staat ohne Land, erfunden von Hupka für einen Minister ohne Amt und dessen glamouröse Gattin, die Gräfin Gwendolyn Buckelburg-Marasquino. Aber auch für sich selbst, denn Hupka hat kein Geld, kein Haus, keine Arbeit, keinen Pass; und der Winter kommt.

Astoria wird eine Erfolgsgeschichte – medial und ökonomisch. Alle wollen hin, vor den Toren der astorischen Botschaft träumen die Flüchtlinge vom Schlaraffenland, vom Land der unendlichen Möglichkeiten. In Astoria, so heißt es, sind die Straßen geheizt, damit die Obdachlosen nicht frieren. Und alles ist gratis. Sogar das Geld.

Doch hinter der Mauer bröckelt die Utopie, und wo Fantasie, Grandezza und eine gesunde Portion Irrsinn das Zepter in der Hand hielten, übernehmen Pragmatismus, Raffgier und Ideologie. Hupka steht vor seiner schwersten Prüfung.

Jura Soyfer, geboren 1912 in der ­Ukraine, als Kind geflohen vor der Bolschewistischen Revolution, aufgewachsen in Wien und umgekommen 1939 im KZ Buchenwald, war jüdischer Abstammung und Zeit seines allzu kurzen Lebens überzeugter Marxist. Er schrieb politische Schriften und Stücke, die irgendwo zwischen Nestroy und Brecht einzuordnen sind. »Astoria«, 1937 geschrieben, kann visionär genannt werden.

 

Corinna von Rad (Regie)
Ralf Käselau (Bühne)
Sabine Blickenstorfer (Kostüme)
Biber Gullatz (Musikalische Leitung)
Brian Bell (Choreografische Mitarbeit)
Julie Paucker (Dramaturgie)
 

Besetzung

Krunoslav Šebrek (Hupka)
Bastian Heidenreich (Pistoletti)
Dascha Trautwein (Gräfin Gwendolyn Buckelburg-Marasquino)
Bernd Lange (Graf Luitpold Buckelburg-Marasquino / Flüchtling)
Fridolin Sandmeyer (James)
Nora Quest (Rosa-Pauline, Lady P.)
Elke Wieditz (Großfürstin Anastasia)
Julius Kuhn (Lord R. / Flüchtling)
Nils Feldmann (Musiker)
Marcel Siegel (Musiker)
Cindy Weinhold (Musikerin)