23 | 10 | 17

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Premiere
02 | 04 | 16

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nach Arthur Schnitzler

Reigen! //

Eine Produktion mit Jugendlichen

Es war der 23. Dezember 1920, ­Arthur Schnitzlers Drama »Reigen« wurde am Kleinen Schauspielhaus Berlin uraufgeführt und löste einen der größten Thea­terskandale des 20. Jahrhunderts aus. Zehn Menschen unterschiedlichster sozia­ler Milieus begegnen sich in ­Schnitzlers Dialogen und gehen miteinander ins Bett. Schnitzler beschreibt Ver­führung, Sehnsucht, Machtspiele und Enttäuschungen auf dem Weg zum Beischlaf – für seine Zeitgenossen verstörend realistisch und offen. Die Intendanten und Schauspieler­Innen wurden angeklagt, nach nur wenigen Aufführungen wurde das Stück abgesetzt und Schnitzler selbst verhängte ein Aufführungsverbot, das bis 1982 bestehen blieb.

Fast 100 Jahre nach der Uraufführung hat sich viel verändert. Auf der einen Seite: steigende Scheidungsraten, ›offene Beziehungen‹, Smartphone-Apps für schnelle Sex­dates, uneingeschränkt zugängliche Pornografie im Internet, Brustvergrößerungen zum 18. Geburtstag, »Fifty Shades of Grey« und Teenie-Schwangerschaften, auf der anderen: Proteste ›besorgter Eltern‹ gegen sexuelle Vielfalt als Thema in Lehrplänen, ein vom Papst aufgestelltes Verhütungsverbot, ›Purity-Ringe‹ und vermeintliche Thera­pien gegen Homosexualität.

Wie funktionieren unsere (sexuellen) Beziehungen im Spiegel von Online-Kommunikation, Hollywood-Schönheitsidealen und ›Schlager-Nackt-Partys‹? Welche Rolle spielt das Verhältnis zum eigenen Körper, die Gier vor und die Leere nach dem Akt? Wie viel Macht, Schauspielkunst, Fetisch, Liebe oder Spießigkeit brauchen wir und unsere PartnerInnen?


 

Otto A. Thoß (Regie)
Cornelius Oswald (Bühne)
Sarah Antonia Rung (Kostüme)
Kathrin Kondaurow (Dramaturgie)

 

es spielen:
Johanna Bergk
Djuna Delker
Steve Eichler
Silvan Hagenbrock
Lorenz Maria Krieger
Cécil Mack
Rebekka Sattelberger
Leif Weitzel
Lina Wölfel
Marvin Zurek