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Werke von Erich Wolfgang Korngold und Gustav Mahler

10. Sinfoniekonzert 2015/16 //

Dirigent: Stefan Solyom
SolistInnen: Elisabeth Wimmer (Sopran), Uwe Schenker-Primus (Bariton)

 

Erich Wolfgang Korngold »Mein Sehnen, mein Wähnen« und »Mariettas Lied« aus »Die tote Stadt«
Gustav Mahler Lieder · Sinfonie Nr. 5

 

»Ein Genie! Ein Genie!« So soll Gustav Mahler ausgerufen haben, als er 1906 ein Werk des gerade einmal neunjährigen Wiener Wunderkinds Erich Wolfgang Korngold hörte. Beide Komponisten verband trotz des Altersunterschieds von 37 Jahren die Liebe zur menschlichen Stimme und zum Gesang insbesondere im Rahmen farbenreich schillernder Orchesterbegleitung. Die Gattung Lied und bei Korngold auch die Oper öffneten besondere Ausdruckshorizonte und boten den emotionalen Extremen des Fin de Siècle eine reizvolle Bühne.
Eine Auswahl von Liedern aus Mahlers Feder eröffnet als wahre Folge von »Herzstücken« das 10. Sinfoniekonzert, mit dem Stefan Solyom (jenseits der »Zugabe« Anfang Juli beim Open Air im Weimarhallenpark) in der Weimarhalle seine letzte Saison als GMD und Chefdirigent der Staatskapelle Weimar beschließt und krönt. Mal im Wechsel, mal gemeinsam von Elisabeth Wimmer (Sopran) und Uwe Schenker-Primus (Bariton) gesungen, erklingen Highlights wie Mahlers »Schildwache Nachtlied«, »Das irdische Leben« oder »Der Tambourgesell« - Musik, die höchstes Glück und Weltschmerz aufs Herrlichste zelebriert. »Mein Sehnen, mein Wähnen« sowie »Mariettas Lied« aus Korngolds Erfolgsoper »Die tote Stadt» bieten dem als Ausdruck schwärmerischen Genusses in der Sprache der Musik Paroli.
Im Falle Mahlers beeinflusste die intensive Beschäftigung mit dem Gesang und der kleinen, aber ungeheuer ausdrucksintensiven Liedform unmittelbar auch das sinfonische Schaffen. Im Finale der Fünften, die nach der Pause erklingt, lässt der Komponist die Streicher seelenvoll, doch nicht ohne Melancholie sein »Ich bin der Welt abhanden gekommen« anstimmen: ein Rückzug an der Schwelle zum bedrohlich lauten 20. Jahrhundert, das die Welt aus den Angeln zu heben schien. In den übrigen Sätzen des 1901/02 entstandenen Werks sucht Mahler bei aller Vielschichtigkeit seines farbensprühenden Sinfoniestils spürbar Bodenhaftung im Bezug zur Tradition und zur Reinheit der Natur, die ihm alles bedeutete.