24 | 11 | 17

Spielplan

Studiobühne
Premiere
17 | 11 | 16
Stückdauer
2 Std. 30 Min.
eine Pause

Termine

10 | 01 | 18 // 20.00 Uhr Karten
13 | 02 | 18 // 20.00 Uhr Karten

Anfahrt

Fotos

Jörn Klare (Melken) / Judith Schalansky (Der Hals der Giraffe)

„Melken“ von Jörn Klare (Uraufführung) / „Der Hals der Giraffe“ von Judith Schalansky //

Melken (Jörn Klare) · Uraufführung


Ein alter Mann sitzt auf gepackten Koffern in seiner Wohnung. Das Dorf im Osten der Republik, in dem er sein Leben als Melker verbracht hat, soll er verlassen und zu seiner Adoptivtochter in den Westen ziehen. Aber da gehört er nicht hin, findet er. Doch auch die Heimat ist ihm schon lange abhanden gekommen, spätestens seitdem er seine Arbeit verloren hat. Und jetzt machen sich so viele Fremde im Dorf breit. Die sind ihm nicht geheuer, genauso wenig wie die wenigen Jungen, die geblieben sind und von den ›guten alten Zeiten unter Adolf‹ schwafeln.

Da nützt auch ein spontaner Aufstand im ehemaligen Konsum, jetzt ›Supermarkt‹, nichts mehr. Das komisch-bittere Resümee lautet: »Ich bin ein Melker, der gemolken wurde.«

»Melken« ist das genaue soziale Psychogramm eines Menschen, der sich widerstandslos in drei Gesellschaftssysteme gefügt hat und am Ende erstaunt und ratlos vor der eigenen Biografie steht.

 

Der Hals der Giraffe (Judith Schalansky)

Inge Lohmark ist seit 30 Jahren Lehrerin für Biologie und Sport an einem Gymnasium im vorpommerschen Hinterland. Sie weiß, wie Schule geht: mit Diszi­plin und Strenge, ohne falsche Kameradschaft und immer mit dem Blick auf das Faktische. Das Wort ›Schwäche‹ kennt sie nicht. Lohmark hält durch, bis der letzte Schüler ihrer 9. Klasse durch's Bio- und Sportabi geschleift und die Schule in Ermangelung nachwachsender Schüler geschlossen wird. Zu Hause ist auch nicht mehr viel los: Zweckehe mit einem früheren LPG-Besamungstechniker, jetzt Straußenzüchter. Die Tochter seit 12 Jahren in den USA. Kontakt nur sporadisch. Da gibt es nicht viel zu lachen. Aber plötzlich erwischt es Inge Lohmark: Erika, Schülerin, 15 Jahre, bringt ihren wohlsortierten Gefühlshaushalt durcheinander und die perfekte Fassade zum Bröckeln.

 

Eingeladen zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin: 14. und 16.06.2017

 

Pressestimme

»In spartanisch sachlichem Gestus zeigt Weber die Psychogramme zweier aus der Zeit gefallener DDR-Fossile, Menschen wie du und ich. Ihre Seelen-Sektion erzeugt weder Mitleid noch Sympathie. Aber sie wirbt um Verständnis. So entspinnt sich ein nötiger, drangvoller dreistündiger Abend, der durch seine dramatische Verdichtung besticht. […] Während Jörn Klares Melker-Monolog stark von Stereotypen durchzeichnet ist, aber durch eine leitmotivische Struktur fasziniert, besticht Schalanskys Etüde mit geistreichen Zuspitzungen – bis hin zu Zynismen, die Windmüller genüsslich exerziert.«
(Thüringische Landeszeitung, 19.11.2017, Wolfgang Hirsch)

Hasko Weber (Regie)
Oliver Helf (Bühne)
Andrea Wöllner (Kostüme)
Beate Seidel (Dramaturgie)

Besetzung

Sebastian Kowski (Melken)
Anna Windmüller (Der Hals der Giraffe)