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Werke von Igor Strawinsky, Jean Sibelius und Modest Mussorgsky

1. Sinfoniekonzert 2013/14 //

 

Igor Strawinsky Suiten Nr. 1 und 2 für kleines Orchester
Jean Sibelius Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47
Modest Mussorgsky „Bilder einer Ausstellung“ ・ Orchesterfassung: Maurice Ravel

 

»Die großen Dinge im Leben sind mehrschichtig.« Das sagt ein Geiger, der bereits seit Anfang der 70er-Jahre sein Publikum durch den gelungenen Mix aus Virtuosität und einer ausgeprägten musikalischen Persönlichkeit fasziniert. »Ich möchte die Amplitude der Emotionen und Fantasien erweitern«, betont Gidon Kremer und legt damit den Fokus seines Tuns auf den Dialog zwischen dem klingenden Werk und seinem Hörer. Ein Klangästhet – ein Feuerteufel, dessen Maßstab stets ein ganz persönlicher ist.

Dass Kremer mit dem Individualisten Sibelius, jener komplexen Künstlerpersönlichkeit aus dem hohen Norden, eine Art Seelenverwandtschaft verbindet, liegt nahe. Sibelius verschmilzt in seinem einzigen Violinkonzert, seinem einzigen Solokonzert überhaupt, Elemente des romantischen Virtuosenkonzerts mit der für die skandinavische Musik so charakteristischen Weite, mit ihrer rhapsodischen Erzählhaltung, ihren mal trüben, mal ganz unvermittelt aufleuchtenden Klangfarben.

Effektvolle Choloristik schlägt den Bogen zu den Suiten des Weltbürgers Strawinsky, deren zweite in der Orchesterfassung für eine Pariser Music-Hall als Begleitmusik zu einem Sketch entstand - Musik mit Brillanz und trockenem Humor, die das Ausdruckspotenzial traditioneller Tanzcharaktere gewitzt auf den Punkt bringt. Suitenartig, durch wiederkehrende »Promenaden« zum Zyklus verbunden, sind auch Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung« angelegt, die einer Zeit entstammen, in der das Geschichtenerzählen noch stärker als die eigene Befindlichkeit des Schaffenden im Kern des Kunstverständnisses stand. In diesem wegweisenden Werk der Programmmusik zeichnet der Komponist klingende Skizzen, so charakteristisch wie die zugrundeliegenden Gemälde - in einem hochvirtuosen, an Liszt orientierten Klaviersatz, zu dem Ravel 1922 die einzig adäquate, farbensprühende Orchesterfassung schrieb.