18 | 12 | 17

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Werke von Sergej Prokofjew und Peter I. Tschaikowsky

7. Sinfoniekonzert 2013/14 //

 

Sergej Prokofjew Sinfonisches Konzert e-Moll op. 125 für Violoncello und Orchester
Peter I. Tschaikowsky Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 „Pathétique“

 

Unter Prokofjews Kompositionen für Violoncello und Orchester ist das Sinfonische Konzert op. 125 die bedeutendste – zum einen, weil Mstislaw Rostropowitsch, Widmungsträger und Ausnahmecellist, selbst wesentlichen Einfluss auf die musikalische Gestaltung nahm, zum anderen, weil Prokofjew hier sein eigenes, nicht recht gelungenes Cellokonzert aus den späten 30ern zu einem grundlegend neuen Werk voll Biss und Dramatik umgestaltete. Eine Metamorphose im besten Sinne, in der das Orchester als veritabler Partner des Solisten ein enormes Plus an Inspiration und Energie liefert und so den kommunikativen Aspekt des Musizierens in den Mittelpunkt stellt.

Mit Daniel Müller-Schott ist im Dialog mit der Staatskapelle Weimar einer der individuellsten Vertreter der jungen Cellistengeneration zu erleben, der Prokofjews Sinfonisches Konzert soeben auf CD eingespielt hat: eine Interpretation, die Rostropowitschs Referenzaufnahme kongenial zur Seite steht, denn Müller-Schott begeistert durch seinen frischen und souveränen Zugriff auf Prokofjews Musik und durch frei sich entfaltende Klangfantasie.

Tschaikowskys »Pathétique« ist Abgesang und zugleich letzter beglückender Höhenflug eines am Leben verzweifelten Künstlers, dessen Tod nur drei Wochen nach der Uraufführung bis heute Rätsel aufgibt. Die ›Todestonart‹ h-Moll, der traumhaft-melancholische Tonfall, der verlöschende Schlusssatz (ganz im Gegensatz zu Tschaikowskys sonst fast gewaltsam aufgeputschten Sinfonie-Finali) – einiges legt nahe, dass der Komponist hier bewusst einen Schlusspunkt setzte und dabei auch künstlerisch endlich einmal er selbst sein wollte. Programm oder nicht? »Pathetisch« ist die Sinfonie jedenfalls nicht nach herkömmlichem Verständnis, sondern vielmehr im Sinne einer jenseits allen schönen Scheins bekannten emotionalen Tiefe. Ein Licht am Ende des Tunnels war in diesem Fall nicht vorgesehen.

Einführung: 18.45 Uhr im Flügelsaal I (Weimarhalle)

 

Daniel Müller-Schott (Violoncello)