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Werke von Alban Berg und Gustav Mahler

8. Sinfoniekonzert 2013/14 //

 

Alban Berg Konzert für Violine und Orchester „Dem Andenken eines Engels“
Gustav Mahler Sinfonie Nr. 7 e-Moll in fünf Sätzen für großes Orchester

Stefan Solyom (Dirigent)

Nach ihrem fulminanten Weimar-Debut mit dem Elgar-Konzert, dessen Live-Mitschnitt frisch auf CD erschienen ist, präsentiert Catherine Manoukian nun einen weiteren Meilenstein der Violinliteratur: Alban Bergs »Dem Andenken eines Engels« gewidmetes Konzert, mit dem der Komponist 1935 der jung verstorbenen Manon Gropius gedachte. Es ist das erste zwölftönige Violinkonzert und doch alles andere als intellektuell verkopft, vielmehr ein hochemotional und mit unendlichen Klangnuancen für sich einnehmendes Werk. Die Solovioline verkörpert als ›dramatis persona‹ den verehrten Engel selbst, sein Leben, sein Sterben und seine Verklärung – nicht programmatisch, sondern als vielschichtiges Charakterporträt eines jungen Mädchens am Abgrund.

Gustav Mahlers gerade in ihrer Heterogenität seltsam faszinierende 7. Sinfonie scheint stellenweise ebenfalls auf der Schwelle zu den freien Gestaltungsprinzipien der Neuen Musik zu stehen – doch den letzten Schritt hat er stets vermieden. Mit Bergs Violinkonzert verbindet seine »Siebte« dennoch das Atmosphärische, das auratisch Verklärende und zugleich jenes Zerrissensein zwischen Rückblende und dem Blick nach vorn. So folgen auf den expressiv geschärften Kopfsatz drei subtile Charakterstücke, »Nachtmusiken«, die wie durch einen Schleier Gewesenes beschwören. Das Finale dann vereint die traditionelle Rondo-Form mit typisch mahlerscher Stilfülle und fantastischer Erzählkraft. Eine zwiespältige Dur-Seligkeit erschallt, mit der der Komponist sein eigenes anspruchsvolles Schönheitsideal aus der Perspektive des dekadenten Fin de Siècle sarkastisch zu verlachen scheint.

Einführung: 18.45 Uhr im Flügelsaal I (Weimarhalle)