23 | 10 | 17

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Friedrich Schiller

Der Verbrecher aus verlorener Ehre - eine wahre Geschichte //

»Ich betrachtete mich als den Märtyrer des natürlichen Rechts und als ein Schlachtopfer der Gesetze…alle Menschen hatten mich beleidigt, denn alle waren besser und glücklicher als ich.«                                                                    

Mehrere unglückliche Umstände prallen im Leben von Christian Wolf, dem Sohn des Sonnenwirts, aufeinander: der Vater gestorben, die Wirtschaft läuft nicht gut, die Natur hat ihn mit einem unansehnlichen Äußeren bestraft. Als Christians Liebe zu Johanne unerwidert bleibt, versucht er, sich ihre Zuneigung mit Geschenken zu erkaufen. Um das Geld dafür aufbringen zu können, wird er zum Wilddieb. Ein Kreislauf von Verbrechen und Strafe beginnt, in den sich Christian immer tiefer verstrickt. Was ihm nach dreijähriger Festungshaft noch bleibt, so meint er, ist seine Selbstachtung und »glühender Hass allem gegenüber, was dem Menschen gleicht«. Doch wie weit er von einem Verbrecher entfernt war, merkt er erst nach dem Mord an seinem größten Widersacher…

Friedrich Schillers 1786 veröffentlichter Kriminalbericht ist nicht nur ein Angriff auf die zeitgenössische Justiz, sondern auch ein für die Spätaufklärung typischer Versuch einer Kriminalpsychologie. In seiner Nacherzählung der Lebensgeschichte des historischen Räubers Friedrich Schwan arbeitet Schiller den Mechanismus heraus, in dessen Räderwerk von persönlichen Vorraussetzungen und deren gesellschaftlicher Ablehnung ein Mensch zum Verbrecher wird. 

Nach »Rhythm & Schiller« widmet sich Schauspieler Bernd Lange mit der szenischen Lesung »Der Verbrecher aus verlorener Ehre« erneut einem Werk des Weimarer Klassikers und wird, zusammen mit der Cellistin Monika Herrmann, einen Blick hinter die vermeintliche Neutralität dieses kriminalistischen Berichts werfen.

 

Bernd Lange (Szenische Einrichtung und Schauspiel)
Monika Herrmann (Violoncello)
Conny Herbst (Ausstattung)