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Ensemble

Anika Vavic

Die aus Belgrad stammende Wiener Pianistin Anika Vavic entdeckt leidenschaftlich Brüche und Doppelbödigkeiten der Partituren, die sie durchleuchtet, kraftvoll und doch einfühlsam am Klavier erhellt, stets dabei bemüht dem Credo ihres Lehrers – des Cellisten Rostropowitsch – zu folgen:

»Musik ist Medizin und wir Musiker sind Mediziner und Priester - ich denke, dass wir unser Publikum von den Belanglosigkeiten des Alltags ›heilen‹, bewegen, anregen sollen.«

Anika Vavic arbeitet kontinuierlich mit Dirigenten wie Valery Gergiev, Paavo Järvi, und Hannu Lintu. Stefan Blunier, Mirga Grazinyte-Tyla, Andres Orosco Estrada und Jorma Panula sind weitere musikalische Partner jüngerer Zeit.

Zu den Höhepunkten der letzten Jahre zählen Auftritte mit dem Mariinsky-Orchester u.a. anlässlich der Erstaufführung von Schtschedrins Viertem Klavierkonzert, beim London Philharmonic Orchestra unter Vladimir Jurowski im Rahmen der BBC Proms und beim Enescu-Festival in Bukarest. Sie spielte bei den »White Nights« in St. Peterburg, dem Mikkeli-Festival in Finnland, dem Klavierfestival Ruhr, der Schubertiade Schwarzenberg, dem Grafenegg-Festival, dem Heidelberger Frühling, der Styriarte Graz, dem Klangbogen Wien, dem Istanbul Music Festival und dem Sommets Musicaux de Gstaad.

Anika Vavic ist regelmäßig zu Gast im Wiener Musikverein und Wiener Konzerthaus. Recitaltourneen führten sie u. a. als »Rising Star« in Säle wie die Carnegie Hall New York, die Wigmore Hall London, das Concertgebouw Amsterdam, die Kölner Philharmonie, die Cité de la Musique Paris, die Philharmonie Luxembourg, zum Palau de la Musica in Barcelona und im Festspielhaus Baden-Baden.

Zu ihren Kammermusikpartnern gehören u. a. Gautier Capuçon, Rainer Honeck, Patricia Kopatchinskaja, Caroline Widmann, Claudius Popp, Matthias Schorn, das Quintette Aquilon, das Artis Quartett wie auch Renaud Capuçon und Daniel Müller-Schott.

Als Sechzehnjährige übersiedelte Anika Vavic nach Wien, wo sie bei Noel Flores an der Universität für Musik und darstellende Kunst studierte. Wichtige Impulse bekam sie u. a. durch Elisabeth Leonskaja, Lazar Berman, Oleg Maisenberg, Alexander Satz und Mstislaw Rostropowitsch. Die Gewinnerin des Zweiten Steinway-Wettbewerbs in Wien und des Sonderpreises für die beste Haydn-Interpretation war Stipendiatin des Herbert-von-Karajan-Centrums in Wien und der Gottfried-von-Einem-Stiftung. 2002 verlieh ihr das Land Österreich den Frauen.Kunst.Preis in der Sparte Musik.

Zu Anika Vavic‘ Repertoire gehören auch Werke der zeitgenössischen Musik z. B. das ihr zugeeignete Klavierkonzert des chinesisch-österreichischen Komponisten Shih Requiem für Klavier, Streicher und Membranophon und sein Klavierquintett. 2005 übernahm die Pianistin den Solopart in der Uraufführung von Johannes Maria Stauds Peras. Musik für Klavier beim Klavierfestival Ruhr 2005. Darüber hinaus zählen Kalevi Aho, Vlastimir Trajkovic, Galina Ustwolskaja, Henryk Gorecki und vor allem Rodion Schtschedrin zu ihren bevorzugten zeitgenössischen Komponisten.

Anika Vavics CD-Einspielungen umfassen Solo-Klavierwerke von Beethoven, Schumann, Chopin und Prokofjew, Haydn, Skrjabin, Ravel sowie Kammermusik von Dora Pejacevic.

»Ihr brillantes, kraftvolles Spiel hat einen gewissen Hang zum Orchestralen, wie man dies vor allem von russischen Pianisten kennt. Dass sie sich dabei niemals im Fluss der Klänge verliert, davor bewahrt sie ihr geradezu klassisches Formgefühl. Eine starke, beeindruckende CD, die aus dem Gros der Neuerscheinungen hervorsticht.« (Die Bühne)

»Stupende Gestaltungsintelligenz und Ausdruckskraft. Ihre in der Wahlheimat Wien produzierte Recital-CD versprüht Energie und Witz, lässt aber auch nie innigen Tiefsinn vergessen.« (Kieler Nachrichten)

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