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die Bühnen des deutschen Nationaltheaters Weimar
e-werk, maschinensaal

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Ein Industriedenkmal als Theaterlabor – das e-werk

Im Jahr 1897 wurde am Weimarer Kirschberg mit dem Bau eines Elektrizitätswerkes begonnen, das ein Jahr später zum ersten Mal Strom an die Stadtbewohner lieferte. Kurz nach der Errichtung des Werkes entstand im Sommer 1899 ein Straßenbahnnetz, das ebenfalls vom Kirschberg aus mit Energie versorgt wurde. Erhalten hat sich aus der nur kurzen Tram-Phase Weimars das alte Straßenbahndepot, das heute als alternatives Kino genutzt wird. Bis 1996 liefen die Heizkessel des Elektrizitätswerkes, dann waren auch diese nur noch Geschichte und die zweite Karriere des Industriedenkmals konnte beginnen:

Seit der Spielzeit 2000/2001 dient das e-werk, d.h. der Gebäudekomplex mit ehemaligem  Maschinen- und Kesselsaal, als Nebenspielstätte für das Deutsche Nationaltheater Weimar.

Mit seinem Charme des Provisorischen ist das e-werk ein idealer Veranstaltungsort für unkonventionelle Projekte und hat sich – vor allem bei einem jungen Publikum – zu einem kulturellen Anziehungspunkt entwickelt. In erster Linie zeigt das e-werk Stücke zeitgenössischer Autoren und steht Theaterleuten der jüngeren Generation offen. Regisseuren, Choreografen und Musikern wird ein origineller und variabler Spiel-Raum geboten.

Mit Beginn der Spielzeit 2005/2006 hat das Deutschen Nationaltheaters Weimar beschlossen, das e-werk verstärkt zu einer selbstständigen, jungen, experimentellen Spielstätte auszubauen. So findet auch der bisher vorrangig als Foyer mit Gastronomie genutzte Kesselsaal als Veranstaltungsort Verwendung, in dem noch Teile des alten Kesselsystems von der industriellen Vergangenheit des Gebäudes zeugen. In den regelmäßig stattfindenden so genannten „Freitagsreihen“ (mit Performance lectures, Lesungen, einer „opensoap“ etc.) soll das e-werk einen Freiraum für die intensive ästhetische Auseinandersetzung und Weiterentwicklung von Theaterformen schaffen. Zudem soll die Spielstätte die Möglichkeit bieten, abseits der ökonomischen Notwendigkeit, ein großes Haus füllen zu müssen, der Kreativität der Akteure einen möglichst großen Freiraum zu lassen.

Ziel dieses Konzeptes ist es, nicht nur neue Publikumsschichten zu gewinnen, sondern vor allem Verständnis und Neugierde für neue Spielformen zu fördern und den Dialog zwischen Zuschauern und Künstlern anzuregen.
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