© Volker Beinhorn
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  • Großes Haus
  • Premiere 23.02.2018
  • Stückdauer 2 Std. 10 Min.
  • Alter ab 15 Jahren

Nathan der Weise

Drama von Gotthold Ephraim Lessing

Lessing entwirft mit seinem »Nathan der Weise« ein Sinnbild des vorurteilsfreien und respektvollen Umgangs der Religionen untereinander.

Die Handlung versetzt Lessing in das Jerusalem der Kreuzzüge des 12. Jahrhunderts. Hier lebt der kluge und diplomatische, jüdische Kaufmann Nathan mit seiner angenommenen Tochter Recha. Diese verliebt sich in einen jungen Tempelherrn, selbst Gefangener des herrschenden Saladin. Er rettet sie zwar aus den Flammen des väterlichen Hauses, verweigert sich jedoch zunächst ihrer Zuneigung, weil er sie für eine Jüdin hält. Dass Recha und er Geschwister sind und auch noch wider jeden Erwartens die Kinder eines Muslims – der wiederum der verstorbene Bruder des Saladin ist, dem Herrscher von Jerusalem –, dies lässt Lessing seine Figuren erst zum Ende des Stücks entdecken. Die familiären Bande führen zusammen, was ohnehin zusammen gehört. Sie kennen keine religiösen Grenzen oder Vorbehalte. Doch dabei werden auch Identitäten ohne Zögern genommen und neu zugewiesen, wie auch die Geldströme sich mit leichter Hand zwischen politischer und ökonomischer Macht hin und her bewegen.

Lessing beschäftigt sich mit den Begriffen seiner Zeit und lässt die Figuren den Kern humanistischer Ideale verhandeln. Eine Lektüre heute zwingt uns, die Gültigkeit der Lessingschen Idee von Respekt und Toleranz neu zu prüfen. Denn die Frage nach einer friedlichen Koexistenz ist die Frage nach dem Zusammenleben trotz Unterschieden und Unvereinbarkeiten. Greifbare Zukunftsvision oder Utopie?

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»Hasko Weber webt die verführerische Orgie der Mitmenschlichkeit mit einfachen schauspielerischen Mitteln und kann sich dabei auf ein großartiges Ensemble verlassen. Man lässt Lessings Sprache schnurren, Gesten sprechen und spart auch nicht mit Humor.«

(TA/TLZ, 26.02.2018, Frank Quilitzsch)

 

»Was sollen wir glauben über dieses idealische Drama Lessings, dem die wirklichen Dramen unserer Welt attestieren, dass es noch immer ist, was es schon immer war: Ein Traum, eine Utopie? Hasko Weber beantwortet diese Frage nicht, er stellt sie nur. Die Antwort wäre leicht und düster, aber es ist auch misslich, ein Stück zu spielen, nur um darzutun, was für ein Mumpitz das ist. So liegt im Fragen ein Stück Hoffnung. Mag sein, muss wohl sogar sein, dass die zwingende Angst vor den großen Arien dem Abend das gleichsam klassische Strahlen der großen Oper verweigert, aber Weber gewinnt so doch eine Luzidität, die auch ein ästhetischer Wert ist.«

(Freies Wort, 01.03.2018, Henryk Goldberg)