ENSEMBLE

Bertrand de Billy

Mit Strauss’ „Alpensinfonie“ und dem Violinkonzert von Johannes Brahms mit der Solistin Julia Fischer beendete Michael Sanderling nach acht höchst erfolgreichen Spielzeiten im Jahr 2019 seine Zeit als Chefdirigent der Dresdner Philharmoniker. In diese Ära fällt die Einspielung sämtlicher Sinfonien von Ludwig van Beethoven und Dmitri Schostakowitsch sowie 345 Konzerne in 78 Ländern.

Mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Tonhalle-Orchester Zürich, den Münchner Philharmonikern, dem Helsinki Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse, dem Toronto Symphony Orchestra, dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, dem Guerzenich Orchester Köln und den Sinfonieorchestern des SWR und des WDR ist Michael Sanderling als Gastdirigent eng verbunden. Sein Debüt gab er kürzlich beim Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam. Demnächst dirigiert er erstmalig die Berliner Philharmoniker, das San Francisco Symphony, die St. Petersburger Philharmoniker und das BBC Scottish Symphony Orchestra. Als Operndirigent trat er an der Oper Köln mit der Neueinstudierung von Sergej Prokofjews „Krieg und Frieden“ sowie mit Philip Glass’ „The Fall of the House of Usher" in Potsdam in Erscheinung.

Der gebürtige Berliner ist einer der wenigen, der aus dem Orchester heraus eine höchst erfolgreiche Dirigentenkarriere verwirklichen konnte. Mit 20 Jahren wurde er 1987 Solo-Cellist des Gewandhausorchesters Leipzig unter Kurt Masur, von 1994 bis 2006 war er in gleicher Position im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin tätig. Als Violoncello-Solist gastierte er u.a. beim Boston Symphony Orchestra, beim Los Angeles Philharmonic und beim Orchestre de Paris. Mehrere CDs mit Werken von Dvorák, Schumann, Schostakowitsch, Prokofjew und Tschaikowsky repräsentieren sein Wirken als Cellist. Seit 2010 tritt Michael Sanderling nur noch in Ausnahmefällen als Violoncello-Solist öffentlich in Erscheinung.

Als Dirigent trat Michael Sanderling im Jahr 2000 in einem Konzert des Kammerorchesters Berlin erstmals an das Dirigentenpult – und fing Feuer. Als Sohn des legendären Kurt Sanderling mit dem Dirigentenhandwerk von klein auf vertraut, übernahm er seither immer mehr Dirigate und wurde 2006 zum Chefdirigenten und künstlerischem Leiter der Kammerakademie Potsdam ernannt.

Eine Herzensangelegenheit ist Michael Sanderling die Arbeit mit dem musikalischen Nachwuchs. Er unterrichtet als Professor an der Musikhochschule Frankfurt/Main und arbeitet regelmäßig mit dem Bundesjugendorchester, dem Jerusalem Weimar Youth Orchestra, der Jungen Deutschen Philharmonie sowie mit dem Schleswig-Holstein-Festivalorchester zusammen. Von 2003 bis 2013 war er auch der Deutschen Streicherphilharmonie als Chefdirigent verbunden. Sein musikalischer Horizont reicht von Bach und Händel über Beethoven und Schostakowitsch bis hin zu inzwischen zahlreichen Uraufführungen.