Ensemble

George Alexander Albrecht

George Alexander Albrecht, geboren 1935 in Bremen, schrieb seine erste Komposition mit 11 Jahren. Bereits als Chorknabe der Bremer Liebfrauenkirche erhielt er erste Kompositionsaufträge und schuf unter anderem eine Bühnenmusik zu »Leonce und Lena«, außerdem ein großes Melodram für Orchester und Sprechchor nach Schillers Ballade »Das Lied von der Glocke« und einige Werke für Klavier und Kammermusik. 1949 dirigierte Albrecht sein erstes Konzert, fest verankert in einer Tradition, die Dirigieren und Komponieren als künstlerische Einheit verstand. Im Alter von 22 Jahren hatte George Alexander Albrecht bereits 116 Werke komponiert.

Im Jahr 1954 erhielt er den renommierten Ersten Preis »Prix d'excellence« der Accademia Chigiana in Siena/Italien und konzentrierte sich von nun an verstärkt auf das Dirigieren was wiederum ein intensives Klavierstudium u.a. bei Rudolf Hindemith, dem Bruder von Paul Hindemith, mit sich brachte. Nach einer Kapellmeister-Stelle am Theater Bremen wurde Albrecht mit 29 Jahren jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands.

Es folgten über drei fruchtbare Jahrzehnte am Niedersächsischen Staatstheater Hannover mit künstlerischen Schwerpunkten wie den Sinfonien Gustav Mahlers - Albrechts Einführungsvorträge sind auch als Buch erschienen - und Anton Bruckners, im Opernbereich das Gesamtwerk Richard Wagners und alle großen Mozartopern. Er dirigierte viele Uraufführungen und zeitgenössische Musiktheaterproduktionen, darunter »Troades« von Aribert Reimann, »Die Soldaten« von Bernd Alois Zimmermann und Arnold Schönbergs »Moses und Aron« in Hannover und Leipzig in der Regie von George Tabori.

Von 1990 bis 1995 war Albrecht Ständiger Gastdirigent an der Semperoper Dresden und folgte 1996 dem Ruf nach Weimar als Generalmusikdirektor des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar, deren Ehrendirigent er seit 2002 ist.

Im Laufe seiner Karriere war George Alexander Albrecht Gastdirigent unter anderem der Berliner und Münchner Philharmoniker, der Bamberger Symphoniker und des Gewandhausorchesters Leipzig. Er dirigierte sämtliche deutsche und italienische Rundfunk-Orchester. Seine Gastspiele führten ihn zu den Salzburger Festspielen, regelmäßig nach Paris, nach Madrid, New York, St. Petersburg, Tokyo, Wellington, Warschau und Prag. Eine intensive Zusammenarbeit verband ihn mit der Wiener Staatsoper, wo er »Der Fliegende Holländer«, den »Ring des Nibelungen«, sowie mehrfach »Parsifal« dirigierte.

Im Jahr 2009 nahm Albrecht seine Arbeit als Komponist wieder auf. Für seine Töchter schrieb er ein Streichtrio, es folgte ein Klavierquintett und eine Motette für den Dombergchor Erfurt über das Leben der Heiligen Elisabeth. Für die Deutsche Streicherphilharmonie komponierte er 2013 zu deren 40-jährigem Jubiläum Passacaglia und Allegro. Weiter entstanden Klavier- und Orchesterlieder nach Gedichten von Paul Celan, Gerhart Hauptmann, Gerhard Altenbourg, Ernst Barlach sowie nach Texten aus dem Konzentrationslager Buchenwald. Für große Besetzung vertonte er Erich Kästners »Die 13 Monate«. Seine Oper »Die Schneekönigin« wurde am 28. November 2015 im Deutschen Nationaltheater Weimar uraufgeführt.

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